Neue Regeln braucht das Spiel!

Von | 26. Juni 2017

Foto: © Kieran Clarke / CC BY 2.0 / via Flickr

Aktuell läuft der Confed Cup. Und es zeigt sich schon nach wenigen Spielen, dass der Videobeweis eine gute Errungenschaft zu sein scheint. In strittigen Situationen erhalten Schiedsrichter die Chance zu überprüfen, ob zum Beispiel ein Tor gegeben wird oder nicht. So wurden schon Treffer aberkannt, aber auch bestätigt. Das Spannende: Die Entscheidung wurde von den Akteuren auf dem Platz akzeptiert ohne lästige Diskussionen während des Spiels oder nach dem Spiel.

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Wie lange haben sich die FIFA, andere Funktionäre des Fußballs und vielleicht auch der eine oder andere Fan gegen den Videobeweis gestreubt? Nun zeigt sich schon in kurzer Zeit: Diese Regeländerung scheint eine Verbesserung für den Fußball zu sein. Und das scheint die FIFA und das International Football Association Board (IFAB) zu ermutigen, weitere möglicherweise mutige Regeländerungen vorzunehmen.

60 statt 90 Minuten

Ein Spiel dauert 90 Minuten!? Vielleicht gehört diese legendäre Aussage bald schon der Vergangenheit an, wenn eine neue Regel in Kraft tritt: Ein Spiel dauert 60 Minuten – netto. Immer dann, wenn der Ball nicht im Spiel ist, wird die Uhr angehalten. So wie man es zum Beispiel vom Eishockey her kennt. Der Gedanke dahinter klingt nachvollziehbar: Das Spiel soll dadurch fairer werden, attraktiver und auch unterhaltsamer werden. Zählt nur die Zeit, in der der Ball im Spiel ist, bleiben vielleicht viele Spielverzögerungen in Zukunft außen vor. Wünschenswert. An der Spielzeit selbst würde sich allzu viel gar nicht ändern. In einer durchschnittlichen Bundesligapartie ist der Ball knapp eine Stunde im Spiel.

Fakt ist aber auch: Dieser Gedanke wurde nun zunächst einmal geäußert. Bis er auf großer Bühne zur Anwendung kommt, dürfte noch die eine oder andere Saison gespielt werden. Im Laufe von fünf Jahren sollen einzelne Regeländerungen nun Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Neuer Modus beim Elfmeterschießen

Bei anderen Regeländerungen ist man schon weiter. So wurde bei der U17-EM im Mai ein neuer Modus im Elfmeterschießen getestet – anstatt immer abwechselnd im Modus AB-AB-AB… wie wir es bislang kennen, werden Elfmeter dann im Modus AB-BA-AB-BA… geschossen – das soll das Elfer-Schießen gerechter machen.

Torabzug bei Beschwerden?

Spieler – und auch Betreuer – die sich beim Schiedsrichter beschweren, sollen fortan schneller mit einer gelben Karte bestraft werden – auch das scheint eine Regel zu sein, die absolut wünschenswert sein dürfte. Es wird sogar darüber nachgedacht, ob zu heftige Beschwerden mit einem Torabzug bestraft werden.

Diskutiert werden derzeit ebenfalls Regeländerungen, bei denen noch nicht klar ist, inwieweit sie das Spiel in Zukunft beflügeln könnten: So wird darüber nachgedacht, dass man sich einen Freistoß selber vorlegen darf, dass es als Tor gezählt wird, wenn ein Spieler den Ball auf der Linie mit der Hand klärt.. eine Übersicht aller Regeln findet ihr übrigens hier zum Download.

Hier eine Übersicht der geplanten Änderungen (Quelle: spox.com):

  • Die Spieldauer beträgt nur noch 60 Minuten und das Spiel wird bei jeder Unterbrechung angehalten.
  • Bei Freistößen und Eckbällen können Spieler sich den Ball selbst vorlegen und aufs Tor dribbeln. Der Ball muss bei Standards nicht ruhen.
  • Kurze Abstöße im eigenen Strafraum sind erlaubt.
  • Nimmt der Torwart einen Rückpass mit der Hand auf, so wird das mit einem Elfmeter geahndet.
  • Ein Handspiel auf der Torlinie, unabhängig davon, ob der Ball ins Tor geht oder nicht, wird als Tor gewertet.
  • Beim Elfmeter ist kein Nachschuss erlaubt. Stattdessen gibt es Abstoß.
  • Kritik am Schiedsrichter wird mit Tor- oder Punktabzug bestraft.
  • Der Schlusspfiff ist erst möglich, wenn der Ball nicht mehr im Spiel ist.

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